Die Musikschule ist wichtig für Bergheim – gerade für Kinder und Jugendliche.
Aber Verantwortung bedeutet auch, genau hinzusehen, wie Entscheidungen finanziell und langfristig abgesichert sind. Die in der Ratssitzung eingebrachte Beschlussvorlage zur Errichtung der städtischen Musikschule sieht für 2026 Kosten von rund 496.500 € vor. Dem stehen nur 244.300 € Einnahmen gegenüber. Das bedeutet ein Defizit von über 252.000 € – jedes Jahr.
Was uns daran besonders kritisch stimmt:
• Es gibt keine transparente Schülerzahl, auf der diese Planung basiert.
• Es fehlt eine Mehrjahresplanung (2027, 2028 usw.), obwohl es sich um eine dauerhaft angelegte Einrichtung handelt.
• Miet- und Raumkosten sind im Haushalt gar nicht berücksichtigt, obwohl sie künftig durchaus anfallen können.
• Die Kosten steigen nicht nur durch Tarifabschlüsse, sondern auch durch strukturelle Faktoren wie Personalbindung, Verwaltung, Organisation und mögliche Standortkosten.
Zwar erhält die Stadt Bergheim im Jahr 2026 einen Mehrertrag aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz, aus dem das Defizit gedeckt werden soll. Dieser Mehrertrag wird jedoch auch an vielen anderen Stellen dringend benötigt und ist für die Folgejahre – insbesondere 2027 – nicht gesichert. Auf einer solchen einmaligen Sondersituation eine dauerhafte Einrichtung aufzubauen, ist aus unserer Sicht nicht verantwortungsvoll.Kurz gesagt:
Es wird über eine dauerhafte Verpflichtung entschieden, aber nur mit einer Momentaufnahme für ein einziges Jahr.
Genau deshalb würde keine Bank und kein Investor auf dieser Grundlage investieren oder einsteigen – weil belastbare Zahlen, eine Mehrjahresplanung und eine klare Risikobewertung fehlen.
Deshalb sagen wir:
Ja zur Musikschule – aber nein zu einer Entscheidung ohne solide Planung, ohne Transparenz und ohne finanzielle Leitplanken. Eine so wichtige Einrichtung verdient eine verlässliche, langfristig tragfähige Grundlage. Diese liegt mit der aktuellen Vorlage leider nicht vor.