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Samstag, Juni 13, 2026
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Wolfgang Linke, Fraktionsvorsitzender

Mein politisches Engagement hat einen persönlichen Ursprung. Nach meinem Herzinfarkt im Jahr 2016 hat sich mein Blick auf vieles grundlegend verändert. Wer eine solche Erfahrung macht, denkt anders über Verantwortung, über Zeit – und darüber, was man nicht länger hinnehmen will.

Mitte 2017 wurde ich politisch aktiv. In dieser Zeit bin ich nach Bergheim gezogen und habe hier Eigentum erworben. Damit war für mich klar: Wer hier lebt, investiert und bleiben will, trägt Verantwortung. Zuschauen oder Wegsehen kam für mich nicht mehr infrage.


2020 wurde ich in den Stadtrat gewählt. Die ersten Jahre meiner Ratszeit habe ich bewusst genutzt. Ich habe gelernt. Ich habe zugehört. Ich habe hinter die Kulissen geblickt. Ich habe verstanden, wie Entscheidungen wirklich zustande kommen – und warum so vieles liegen bleibt. Ich habe gesehen, wo Verantwortung übernommen wird, und wo sie systematisch vermieden wird. Diese Phase war notwendig. Sie hat mir ein klares Bild davon gegeben, wie Kommunalpolitik tatsächlich funktioniert.

Gleichzeitig habe ich begonnen, gezielt eine Mannschaft für die nächste Kommunalwahl aufzubauen. Menschen mit Haltung, Fachwissen und Rückgrat. Kein Sammelbecken, sondern ein Team. Gemeinsam haben wir Strukturen geschaffen, Inhalte geschärft und Vertrauen aufgebaut. Schritt für Schritt, konsequent und ohne Anpassung an bestehende Machtlogiken.

Das Ergebnis dieser Arbeit war eindeutig: Gemeinsam wurden wir zur zweitstärksten politischen Kraft in Bergheim. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit. Nicht durch Mitlaufen, sondern durch konsequente Oppositionsarbeit.

Während meiner Ratszeit haben die Corona-Maßnahmen noch einmal deutlich gemacht, wie dringend echte Veränderungen notwendig sind. Nicht die Krise selbst, sondern der politische Umgang mit ihr war entlarvend. Grundrechte wurden eingeschränkt, Existenzen gefährdet, Kritik abgeblockt. Entscheidungen wurden durchgesetzt, ohne ernsthafte Debatte, ohne Aufarbeitung, ohne Verantwortung. Diese Zeit hat den Reformbedarf schonungslos offengelegt.

Als Fraktionsvorsitzender ziehe ich daraus klare Konsequenzen. Ich bin nicht angetreten, um Teil eines eingefahrenen Systems zu sein. Ich bin angetreten, um es herauszufordern. Unsere Fraktion steht für Klartext statt Beschwichtigung, für Transparenz statt Hinterzimmerpolitik und für Entscheidungen, die sich an den Menschen orientieren – nicht an Parteitaktik oder Machtarithmetik.

Ich führe die Fraktion mit klarer Linie, koordiniere die inhaltliche Arbeit und vertrete unsere Positionen nach außen konsequent. Es geht mir nicht um Provokation, sondern um Haltung. Wer politische Verantwortung trägt, muss Entscheidungen erklären, Kritik aushalten und Fehler benennen können.

Politik darf kein Selbstzweck sein. Sie muss wirksam sein. Gerecht. Nachvollziehbar. Und den Menschen verpflichtet.

Glaubwürdigkeit ist, wenn man sagt was man tut und tut was man sagt!

Johannes Rau

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Im Rahmen des Bebauungsplans Nr. 319 „Solarpark Fischbachhöhe“ plant die Stadt Bergheim die Errichtung einer großflächigen Agri-Photovoltaikanlage auf rund 28 Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Landschaftsschutzgebiet bei Quadrath-Ichendorf. In den Planunterlagen wird dabei betont, dass es sich um eine sogenannte „Agri-Photovoltaik“ handelt – also um eine doppelte Nutzung der Fläche, bei der die Landwirtschaft als Hauptnutzung bestehen bleiben und die Stromerzeugung durch Photovoltaik als Zweitnutzung erfolgen soll.

Diese Darstellung wirft jedoch konkrete Fragen auf. Denn wie genau diese gleichzeitige Nutzung in der Praxis funktionieren soll, wird bislang nicht eindeutig und nachvollziehbar dargestellt.

Um hier mehr Transparenz zu schaffen, haben wir eine schriftliche Anfrage gemäß Geschäftsordnung an die Stadtverwaltung gestellt. Konkret möchten wir wissen, welche Art von Agri-Photovoltaikanlage tatsächlich geplant ist und vor allem, welche landwirtschaftliche Nutzung unter diesen technischen Bedingungen realistisch noch möglich ist.

Diese Fragen sind aus unserer Sicht zentral, da die betroffene Fläche derzeit landwirtschaftlich genutzt wird und zudem in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Entscheidend ist daher, ob die versprochene „Doppelnutzung“ tatsächlich funktioniert oder ob die landwirtschaftliche Nutzung in der Praxis deutlich eingeschränkt wird. Gerade bei sogenannten bodennahen Agri-PV-Anlagen (Kategorie II) stellt sich die Frage, wie Bewirtschaftung, Maschinenzugang und Fruchtfolge konkret umgesetzt werden sollen.

Dabei geht es uns nicht um eine pauschale Ablehnung des Projekts, sondern um eine sachliche und fundierte Prüfung: Was ist konkret geplant, was ist praktisch umsetzbar und was bedeutet das für unsere Stadt, unsere Landwirtschaft und unsere Landschaft?

Wir werden die Antworten der Verwaltung sorgfältig auswerten und transparent veröffentlichen. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage – auf Basis von Fakten, nicht von Schlagworten

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