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Samstag, April 18, 2026
Geschäftsstelle: 02271/89733

In den letzten Wochen wurde in Bergheim viel über das Thema Leerstand und Innenstadtentwicklung gesprochen. In Veröffentlichungen der Stadt ist dabei häufig von „Nutzungsmix“, „Perspektiven“ und „Weiterentwicklung der Innenstadt“ die Rede. Das klingt zunächst allgemein und positiv.

 

Tatsächlich geht es bei diesem Thema aber um eine sehr grundlegende Frage:
Wie soll unsere Innenstadt in Zukunft aussehen?

Leerstand ist ein echtes Problem

Es ist unbestritten: Leerstehende Ladenlokale sind ein Problem.
Leere Schaufenster machen eine Innenstadt unattraktiv, es kommen weniger Besucher, Geschäfte haben weniger Kundschaft – und irgendwann schließen noch mehr Geschäfte.

Deshalb muss man sich mit dem Thema Leerstand beschäftigen. Das ist richtig.

Aber: Wie wird Leerstand beseitigt?

Die entscheidende Frage ist nicht nur, dass Leerstand beseitigt wird, sondern wodurch.

Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • neue Geschäfte
  • Gastronomie
  • Dienstleistungen (z. B. Praxen, Büros, Friseure)
  • Freizeitangebote
  • oder auch: Wohnungen

Und genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.

Wohnraum wird gebraucht – aber zu welchem Preis?

Auch in Bergheim wird Wohnraum gebraucht. Mieten steigen, Neubau wird teurer und schwieriger. Deshalb überlegen viele Städte, ob leerstehende Ladenlokale oder Büroflächen künftig zu Wohnungen umgebaut werden sollen.

Das kann im Einzelfall sinnvoll sein.
Aber man muss auch ehrlich sagen:

Wenn aus Geschäften Wohnungen werden, verändert sich die Innenstadt dauerhaft.

Denn:

  • Eine Wohnung hat kein Schaufenster.
  • Eine Wohnung bringt keine Laufkundschaft.
  • Eine Wohnung belebt die Innenstadt tagsüber kaum.
  • Wo einmal eine Wohnung ist, kommt in der Regel nie wieder ein Geschäft hin.

Das ist also keine kurzfristige Lösung, sondern eine Entscheidung für Jahrzehnte.

Erfahrungen aus anderen Städten

Viele Städte in Deutschland stehen vor genau dem gleichen Problem. Die Entwicklung ist fast überall ähnlich:

Früher bestand die Innenstadt hauptsächlich aus Einzelhandel.
Heute besteht eine Innenstadt oft aus:

  • Wohnen
  • Gastronomie
  • Dienstleistungen
  • Ärzte
  • Büros
  • weniger Einzelhandel als früher

Das nennt man „Nutzungsmix“.

Städte, die ihre Innenstädte stabil halten konnten, haben dabei meistens darauf geachtet:

  • Erdgeschosse in den Hauptlagen bleiben Geschäfte oder Gastronomie
  • Wohnen vor allem in den Obergeschossen
  • Wohnen in Nebenlagen oder in umgebauten großen Gebäuden
  • Nicht jede Ladenfläche wird zu Wohnraum

Denn sonst passiert Folgendes:

  • weniger Geschäfte
  • weniger Besucher
  • weniger Leben
  • weniger Gastronomie
  • am Ende wird die Innenstadt immer ruhiger

Deshalb muss man ehrlich sagen:

Leerstandsmanagement bedeutet nicht nur, neue Mieter zu suchen.
Es geht auch um die Frage, ob und wo künftig Gewerbeflächen zu Wohnraum werden sollen.

Und das ist eine sehr grundlegende städtebauliche Entscheidung.

Unser Standpunkt

Wir sind der Meinung:

  • Leerstand muss bekämpft werden.
  • Wohnraum wird gebraucht.
  • Aber die Innenstadt darf dadurch nicht ihre Funktion verlieren.

Deshalb muss die zentrale Frage lauten:

Wie soll die Bergheimer Innenstadt in 20 Jahren aussehen?
Als Einkaufsstadt?
Als Wohnstadt?
Oder als Mischung – und wenn ja, wo genau?

Diese Fragen müssen offen diskutiert werden.
Denn solche Entscheidungen verändern eine Stadt dauerhaft.

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